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EDITORIAL

“Zur Manganummer kann ich soviel sagen, dass sie in Japan für ein gewisses Aufsehen gesorgt hat und sich die Leute im guten Sinn gewundert haben, warum wir uns ausgerechnet für diese obskuren Künstler und Autoren interessierten...” So berichtete Christian Gasser nach seiner Japanreise über die Reaktionen auf die letzte STRAPAZIN-Ausgabe.

Was für Japan gilt, wird vermutlich auch für unsere Leserschaft gelten. Macht sich das STRAPAZIN einen Spass daraus, obskure Autorinnen und Autoren vorzustellen? Nein, STRAPAZIN wirft ganz einfach einen anderen und vielleicht etwas ungewohnten Blick auf das Comicschaffen.

Ganz sicher ist die Vielfältigkeit ein Wahrzeichen des STRAPAZINS. Diese entsteht – unter anderem – durch die Gastredaktionen wie zum Beispiel bei der Nummer 78, für die Nicolas Mahler verantwortlich war, oder wie bei der eingangs erwähnten Manganummer, die von Jacqueline Berndt, Heike Drescher und Dirk Rehm betreut wurde.

Das hier vorliegende STRAPAZIN, das von Sascha Hommer zusammengestellt wurde, hat ein ganz bestimmtes Merkmal: Alle Autorinnen und Autoren leben und arbeiten in Hamburg. Und Sascha Hommer, gemeinsam mit Arne Bellstorf Herausgeber von Orang, einem wunderschönen Comicmagazin, präsentiert hier zwei Generationen von Zeichnern: Mit Martin tom Dieck, Anke Feuchtenberger und Stefano Ricci arrivierte Künstler, die bereits Anfang der 90er im STRAPAZIN erschienen sind (Nummern 30, 31 und 34), anderseits aber auch jüngere und noch relativ unbekannte Zeichnerinnen und Zeichner, die zum Teil bei den genannten Künstlern ihre Ausbildung absolvierten. Obskure Autoren, für die wir uns brennend interessieren...

Dieses Heft zeigt klar auf, dass Comiczeichnen als künstlerischer Ausdruck attraktiv geblieben ist, obschon es sich für Künstler und Verleger finanziell kaum lohnt. Wir freuen uns umso mehr über die lebendige Hamburger Comicszene und sind stolz, sie hier vorstellen zu können!

David Basler

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