KEIN JAZZ IN ALCATRAZ


Illustrationen Gefe


 

Franz Dobler

Nicht ausgeschlossen, dass es in Knoxville war. Aber am Horizont der Erinnerungen flirrte die Luft ein wenig, wie in der Nähe einer Fata Morgana, und deshalb bin ich mir bei Knoxville nicht ganz sicher.
Vielleicht war es Chattanooga oder Nashville. Ziemlich sicher war es nicht New Orleans, nicht Lafayette, Beaumont, Breaux Bridge, Lake Charles, Luckenbach, Shiner oder San Antonio.
Langsam wusste ich nicht mehr, welche Pissbude mir wo ihre Hilfsdienste geleistet hatte. «I’ve been everywhere», wie es in dem Song von Hank Snow heißt; in jedem Pisskaff, Schweinestall, Irrenhaus, Drecksloch. Das scheint meine Marotte zu sein, denn ich war auch in jedem Rattenstall von Obersöchering bis Untermeitingen und in Poppenhausen, Epfenhausen, Walleshausen, Ehekirchen, Bergkirchen, Saulgau, Schongau, Moorenweis und Dachau. Ich war in jedem Loch.
Aber wo hatten sie mich in ihr Loch gesteckt, weil ich auf der Straße ging? Einfach nur zu Fuß am Straßenrand. Es fiel mir nicht ein.
Sicher war nur, ich hockte jetzt auf einem Baumstammstück am Nordstrand von San Francisco und starrte den Felsen an, auf dem sie Alcatraz errichtet hatten ...



 

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